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Frank Krickhahn: Skat für Fortgeschrittene

Strategie und Taktik, Humboldt Verlag Berlin, 2005

Der Autor stellt sich mit seinem Buch einem hohen Anspruch: er will für Fortgeschrittene Skatspieler durch theoretische Betrachtungen von Spielsituationen und Denkansätzen helfen, deren Skatspiel zu verbessern.

So widmet sich der Teil I der Spielvorbereitung, worin besonders die Bewertung der eigenen Karten und das Reizen behandelt wird. Der Abschnitt ist systematisch gegliedert und logisch aufgebaut.

Doch bereits hier wird eine große Schwachstelle des Buches sichtbar: Es werden für die vielen Beispiele keine Skatkarten zur Darstellung verwendet, sondern nur die bekannten Farbsymbole mit Text. Das erschwert für den Leser sehr das Nachvollziehen der Beispiele. Außerdem ist eine Bewertung der Karten mit solchen Ansätzen und Begriffen, wie „recht schlecht“ und „Wahrscheinlichkeit recht groß“ sehr schwierig bewertbar.

Hier hätten objektivere Bewertungsmassstäbe verwendet werden müssen.

Auch sind die Aussagen zum Beispiel S.23 einer angeblichen typischen „Blender-Karte“ für den Leser nicht nachvollziehbar.

Der Teil II widmet sich der Spieldurchführung als Alleinspieler mit den Abschnitten Spielauswahl, Drücken, Trumpfspiel, Schneiden, Einschub, Abwurf, Verhindern von Möglichkeiten zum Schmieren, Null und Täuschung der Gegenspieler.

Alle Unterabschnitte werden mit einer Vielzahl von Beispielen belegt, die anschaulich das Gesagte demonstrieren sollen. Leider gelingt es dabei dem Autor nur ungenügend, das im Beispiel behandelte Thema zu Verallgemeinern und Allgemeingültige Schlussfolgerungen daraus für eine Verbesserung des Skatspieles in der jeweiligen Situation zu ziehen.

Auch stimmt leider die Seitenangabe des einzelnen Kapitels nicht mit derjenigen der Inhaltsangabe überein. 

Auf das strategische Thema eines Gewinnplanes wird leider nur viel zu kurz eingegangen.

Bei den dargestellten Beispielen wären manchmal weniger zur gleichen Situation angebracht gewesen und dies vor allem aus dem Blickwinkel des Hauptanspruches des Buches: Es sollte ein Buch für Fortgeschrittenen Skatspieler sein!

Der Teil III widmet sich folgerichtig der Spieldurchführung als Gegenspieler.

Es werden systematisch die Unterkapitel

bulletRückschlüsse auf die Kartenverteilung
bulletVerhalten in Vorhand-Position
bulletEinsatz der Trumpf-Karten
bulletSchneiden und
bulletEinschub                              behandelt.

Auch hier wird wieder mit eine Vielzahl praktischer Beispiele gearbeitet, die aber ebenfalls zu wenig verallgemeinert werden. So kann man zum Beispiel das „Fazit“, S. 193 kaum als wirkliche Zusammenfassung mit Schlussfolgerungen ansehen.

Leider wird in diesem Kapitel auch die unbewiesene These strapaziert, dass die überwiegende Mehrheit der Spiele in Mittelhand verloren geht und danach die Strategie auszurichten ist. Das dies nicht so ist, beweisen statistische Analysen von mehreren Großturnieren.

Insgesamt ist in dem Buch deutlich zu spüren, dass dies ein erfahrener Praktiker des Skatspieles geschrieben hat. Das beweisen nicht nur die zahlreichen, meist gut gewählten Beispiele.

Der oben genannten Hauptaufgabe des Buches, durch theoretische Betrachtungen von Spielsituationen und Denkansätzen das Skatspiel zu bereichern und zu helfen, das auch fortgeschrittenen Skatspieler ihr Spiel weiter verbessern können, kann das Buch aber nicht in jedem Falle gerecht werden.

Wir haben deshalb für dieses Buch 7 von 10 möglichen Punkten vergeben und damit das Prädikat „gut“.

Stand: 31.7.2017