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Thomas Kinback: Skat-Rätsel- 50 lehrreiche Skataufgaben mit Lösungen und Analysen, Band 1,

Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2007

1. Aufgabe

Der bekannte Skatlehrer T. Kinback stellt sich die Aufgabe, 50 lehrreiche Skataufgaben darzustellen und im 2.Teil die strukturierten Lösungen und Analysen zu bieten.

Er bezieht sich dabei auf das Buch von O. Cato, welches im Jahre 1922 eine analoge Aufgabenstellung hatte, wobei danach nichts diesbezügliches mehr erschienen sei.

Das ist insofern nicht korrekt, da fast jedes erschienene Skatbuch einige Skataufgaben enthielt, um den „Lehrstoff" anzuwenden und zu erläutern. So hatte auch eines der besten Skatbücher „Das große Skatvergnügen" (1988) 30 interessante Skataufgaben.

Unabhängig davon bestand die Notwendigkeit ein aktuelles Werk mit neuen interessanten Skataufgaben zu verfassen.

2. Inhalt

Nach einem kurzen Vorwort und einigen Erläuterungen geht es gleich zur Sache.

Scheinbar wahllos werden 50 „Skat-Rätsel" aneinander gereiht.

Diese werden bewusst nicht nach Schwierigkeitsgraden oder Kategorien vom Autor sortiert, sondern der Leser soll sich selbst seine Meinung darüber bilden.

In der Anlage ist aber dann eine Strukturierung hinsichtlich der Sachgebiete Farbspiele, Grandspiele, Nullspiele und Endspielpositionen ersichtlich.

Die Aufgaben entsprechen aber diversen Schwierigkeitsstufen, wobei manche für den fortgeschrittenen Skatspieler fast banal wirken. Es sind aber auch wirklich „harte Nüsse" dabei, die selbst bei offen liegenden Karten nur schwer durchschaubar sind.

Ob die Spieler im Realfall dabei den Siegweg gefunden hätten, darf bezweifelt werden.

So sollen sicherlich auch Skatanfänger angesprochen werden, für die aber die weiteren Aufgaben zu komplex und schwierig sind.

Das Buch ist also für diese ungeeignet!

Einige der dargestellten Spiele waren auch so oder ähnlich bereits in diversen Skatforen vorhanden (Spiele 1, 3, 12, 24, 25, 35, 41). Das ist aber nicht weiter schlimm und schmälert den Wert des Buches kaum.

Die Spiele werden in der Regel logisch aufgebaut und auch konsequent und verständlich für den fortgeschrittenen Skatspieler in der Auflösung erläutert.

Einige kleine Unkorrektheiten schmälern den überwiegend positiven Gesamteindruck des Buches etwas.

So hätte der Leser schon erwarten können, dass er auf die Zusatzfrage zu Spiel 4 (Kreuz- oder Pikspiel) auch eine Antwort in der Auflösung mit Begründung erhält.

Außerdem sind hier die Anmerkungen nicht korrekt.

Im Spiel 11 darf auch bezweifelt werden, dass im dritten Stich ein ungeklärtes As gewimmelt wird.

Im Spiel 14 reicht die Begründung nicht aus, dass VH Kreuz anziehen muss, was er mit der Zehn besetzt nur zu zweit führt, obwohl er noch zwei besetzte Asse hat.

Im Spiel 21 sind die Schlussfolgerungen nicht ganz nachvollziehbar, dass der Pikbube im Skat liegen muss und damit ein Tauchen gewinnt, obwohl die Gegenspieler noch das Trumpf-As führen.

Im Spiel 27 sind die Schlussfolgerungen fraglich. Ist nicht das Anspiel des Kreuz-Buben die bessere Strategie?!

Im Spiel 37 wäre sicherlich in der Praxis im 5.Stich die Kreuzdame zum AS in MH gekommen, da Kreuz-As im 4.Stich gewimmelt wurde.

Gut sind die dargestellten Endspielsituationen.

Bei den Nullspielen hätte man mehr inhaltlich erwarten können- da gibt es härtere Nüsse zum Knacken!

Aber vielleicht bleiben diese dem nächsten Band vorbehalten, auf den man schon gespannt sein darf!

3. Form/Gestaltung

Erfreulicherweise werden vom Autor farbige Turnier-Skatkarten verwendet.

Das erleichtert ungemein das Verständnis für die Aufgaben, vor allem auch für die Leser, die noch ein Deutsches Blatt gewöhnt sind.

Das über den Kartenblättern nochmals die Farben mit Symbolen dargestellt werden, wäre nicht unbedingt erforderlich gewesen!

Das Buch ist übersichtlich, gut strukturiert und fehlerfrei in Orthografie und Grammatik.

4. Bewertung

Das Buch stellt eine wesentliche Bereicherung für die Entwicklung des Skatspieles dar.

Überwiegend hinterließ es einen positiven Gesamteindruck.

Es werden dafür 9 von 10 möglichen Punkten vergeben und damit das Prädikat „Sehr gut".

Stand: 05. Januar 2014