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Marc Bieber: Skat Streitfälle vor Gericht, Humboldt-Verlags GmbH, Baden-Baden, 2006

Aufgabe

Das Buch beschäftigt sich- wie es schon der Titel verrät- mit den Regeln des Skatspieles und deren Interpretation.

Ein Skatspieler wird sich fragen: Wo brauche ich ein solches Buch überhaupt, das sich damit befasst und diese auch noch aus juristischer Sicht vertieft behandelt? Schließlich hat man doch zumindest auf Turnieren überall Schiedsrichter, die im Zweifelsfall zu Rate gezogen werden können?

Meiner Meinung nach gehört eine profunde Regelkenntnis zu jedem fortgeschrittenen Skatspieler dazu, will er sein inhaltlich gutes und solides Wissen zum Spiel auch richtig umsetzen.

Schließlich wurde das letzte Buch, das sich mit einer ähnlichen Problematik beschäftigte,  „Das Skatgericht entscheidet“, bereits vor über 40 Jahren geschrieben- und inzwischen hat sich sehr viel an den Regeln geändert, nicht zuletzt Dank der Einheitlichen Internationalen Skatregeln.

Insofern kann man sagen, dass die Zeit reif war, ein derartiges Buch zu schreiben, um sich sachlich und kritisch mit dem Regelwerk auseinander zu setzen und dies weiter zu vervollkommnen.

Inhalt

Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit den Streitfällen.

Diese werden anhand einer fiktiven Skatrunde mit „typischen“ Skatcharakteren in unterhaltsamer Weise dem Leser nahe gebracht.

Anhand von 7 Unterkapiteln, die sich systematisch mit den Streitfällen in den Kategorien „Geben“, „Reizen“, „Spielansage“, „Ausspielen“, „Bedienen“, „Spielabkürzung“ und „Sonstiges“ beschäftigen, wird die angesprochene Problematik dem Leser übermittelt.

Es werden dabei sowohl praktisch aufgetretene und vom Deutschen Skatgericht entschiedene Fälle behandelt als auch neue fiktive Fälle konstruiert, um die bestehenden Regeln darauf anzuwenden.

Zu jedem Problemkomplex wird zu Beginn eine Einführung gegeben, die das Verständnis des jeweiligen Abschnittes erhöht. Man könnte glauben, als fortgeschrittener Skatspieler, dass man damit für die folgenden „Streitfälle“ schon bestens gerüstet ist und diese alle schon richtig entscheiden könnte- aber weit gefehlt!

Oder hätten Sie gewusst, dass man als Alleinspieler einen Grand-Hand mit der richtigen Kartenanzahl sofort gewinnt, wenn drei Karten im Skat liegen (A6)?

Viele weitere interessante Fallbeispiele, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, erläutern auf interessante und unterhaltsame Weise die Problematik.

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit den „Entscheidungen“ des Deutschen Skatgerichtes“. Auch dieses Kapitel wird wieder anhand der gleichen Struktur in 7 Unterkapiteln behandelt.

Dabei werden auch Streitfälle interpretiert, die bisher noch nicht vom Skatgericht entschieden wurden (E17, E18, F13 usw.). Der Logik nach sollte dies eigentlich dann in einem separaten Kapitel behandelt werden.

Es wird sich sachlich und kritisch mit den Entscheidungen des Deutschen Skatgerichtes auseinander gesetzt und es werden auch widersprüchliche Meinungen dazu geäußert.

In den meisten Fällen kann man diese auch logisch nachvollziehen (z.Bsp. F2).

Es werden auch fiktive Beispiele konstruiert, die sich mit den bisherigen Regeln nicht lösen lassen (G4). So unwahrscheinlich, wie diese auch sein mögen, dienen sie dazu, das Regelwerk zu vervollkommnen und sicherer zu gestalten.

Einige Entscheidungen sind an der Spielpraxis gemessen auch durchaus schwierig zu verstehen (z.Bsp. Abwandlung F11; Schwarz gespielt werden können mit 4 Buben beim Offenlegen der Karten).

Insgesamt werden damit wertvolle Anregungen gegeben, das Regelwerk zu vervollkommnen.

Wünschenswert wäre es gewesen, wenn der Autor gleich Vorschläge mit unterbreitet hätte, wie das Regelwerk vervollständigt oder umformuliert hätte werden müssen, um Missverständnisse zukünftig zu vermeiden.

Form, Gestaltung

Das Buch ist logisch und systematisch aufgebaut.

Rechtschreib- oder Druckfehler sind kaum vorhanden.

Ein ansprechendes Cover ergänzt den positiven Gesamteindruck des Buches.

Wünschenswert wären noch einige Illustrationen oder Bilder gewesen, die das Werk etwas aufgelockert hätten.

Bewertung

Aus den genannten positiven inhaltlichen und sonstigen Gesichtspunkten können dafür 8 Punkte von 10 möglichen gegeben werden, d.h. ein Prädikat „Gut bis Sehr gut“.

Stand: 31.7.2017